Prinzipiell könnte man denken, dass es kaum eine Rolle spielt, welche Räder bei einem Fahrzeug angetrieben werden. Das ist auch völlig richtig, wenn sich das Fahrzeug in einer perfekt ausbalancierten Ebene befindet. Dann spielt es mechanisch keine Rolle, ob die vortreibende Kraft vorne, hinten oder gleichmäßig an allen Rädern wirkt. Wenn sich das Auto aber in einer geneigten Ebene befindet, beispielsweise wenn es einen steilen Berg hinauf- oder hinunterfährt, spielt die Position des Wirkungspunktes der Vortriebskraft eine wichtige Rolle. Dann merkt man auch bei trockener Fahrbahn, ob man ein Fahrzeug mit Heck- oder Vorderantrieb fährt. Prinzipiell bietet der Heckantrieb bei einer Bergauffahrt Vorteile, sofern die Straße trocken ist. Dann schiebt er das Fahrzeug sicher und kraftvoller über die geneigte Straße nach oben, nach unten treten bei trockenem Asphalt ebenfalls kaum Probleme auf, solang man Kurven nicht zu schnell durchfährt. Allerdings bietet der Hinterradantrieb gerade bei glatter Fahrbahn und widrigen Witterungsverhältnissen Nachteile, denn das Fahrzeug kann bei Bergauffahrten wesentlich leichter ausbrechen.
Wird der Wagen beispielsweise bei schneebedeckter Fahrbahn mit positiver Neigung in Fahrtrichtung an den Vorderrädern angetrieben, dann zieht die Kraft das Auto nach oben, die rollende Masse bleibt hinten und damit ist das Fahrzeug stabil. Wenn es aber in diesem Fall an den Hinterrädern angetrieben wird, dann steht die rollende Masse, also in dem Fall das Vorderteil, auf der Vortriebskraft, das Fahrzeug ist demzufolge instabil. Man kann sich das so vorstellen, als würde man einen senkrecht stehenden Besenstiel in der Luft am oberen Ende halten (Vorderradantrieb) oder mit dem unteren Stielende auf dem Finger balancieren (Hinterradantrieb). Wenn man in bergigen Regionen lebt, sollte man sich ein Fahrzeug mit einem Allradantrieb zulegen, denn dieses vereint die Vorteile von Vorderrad- und Hinterradantrieb in sich und kommt so auch mit widrigen Straßenverhältnissen gut zurecht.